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Bahnhofsmission: mehr ältere bedürftige

Würzburg – 38.415 Mal haben Menschen im Jahr 2012 Hilfe in der Würzburger Bahnhofsmission gesucht. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht der Einrichtung der Christophorus-Gesellschaft von Caritas und Diakonie hervor. Für viele hilfesuchende Menschen ist die Bahnhofsmission die nächste Anlaufstelle.

„Für manche ist sie die Endstation und doch zugleich Neuanfang eines Weges im Sinne ihrer eigenen Ressourcen und Möglichkeiten“, sagt Michael Lindner-Jung, Leiter der Bahnhofsmission. 31.987 Mal nutzten die Besucher die Bahnhofsmission als Aufenthaltsort, 268 Mal als Übernachtungsgelegenheit.

In 18.266 Kontakten nutzten Menschen das Gesprächs- und Beratungsangebot und nahmen die Hilfe der Bahnhofsmission als Kriseninterventionsstelle oder Vermittlungsdienst in Anspruch. Zu den 26.722 materiellen Leistungen, die gegeben wurden, zählte die Notversorgung mit Lebensmitteln, aber auch Schlafsäcken, Decken und Hygienemitteln. Besonders häufig waren die Besucher nach Lindner-Jung von finanziellen (25.638 Kontakte) und sozialen Schwierigkeiten (25.792 Kontakte) betroffen. In beiden Bereichen lag die Steigerung gegenüber dem Vorjahr um jeweils rund 2.000 Kontakte. Um rund 25 Prozent stieg gegenüber 2011 die Zahl der Reisenden auf rund 2500 Fälle. 1907 Mal ging es um Menschen mit Behinderung, 2011 waren es 1558 Kontakte.

Als alarmierend sieht Lindner-Jung die ebenfalls um mehr als 25 Prozent auf 5.379 gestiegene Zahl der Kontakte mit Besuchern im Alter über 65 Jahren. „Ein wesentlicher Grund für diesen Anstieg ist die wachsende finanzielle Not älterer Menschen. Die meisten Senioren sind auf sich allein gestellt, weitgehend ohne soziale Anbindung oder tragende Familie. Viele leiden darunter auch psychisch.“ Vervierfacht hat sich laut Statistik der Bahnhofsmission in den vergangenen drei Jahren die Zahl der Personen mit Migrationshintergrund, die in die Einrichtung kommen. „Immer häufiger handelt es sich um Einreisende aus Osteuropa ohne ausreichend Geld und realistische Arbeitsperspektive – und weitgehend ohne rechtliche Ansprüche auf Unterstützung“, sagt Lindner-Jung.

Um fast ein Drittel gestiegen gegenüber 2011 ist zudem die Zahl der Menschen mit psychischer Beeinträchtigung. 7.392 Kontakte zählte die Bahnhofsmission. Das Spektrum reichte von Menschen mit Angstzuständen und Depressionen in zum Teil suizidalen Krisen über Suchtproblemen bis hin zu Psychosen. „Für die Mitarbeiter der Bahnhofsmission hat trotz vieler ermutigender Erfahrungen am Hauptbahnhof die persönliche Belastung deutlich zugenommen. Häufig wie nie zuvor wurden in Teamsitzungen die Grenzen unserer Arbeit und belastende Situationen zum Thema“, betont der Leiter der Bahnhofsmission. Neben den hauptamtlichen Kräften brachten sich mehr als 20 Ehrenamtliche mit über 5.000 Stunden ein.

Als „Schutzengel“ für die Arbeit hat sich nach Lindner-Jungs Worten der Förderverein der Bahnhofsmission erwiesen. „Er gewährleistet die notwendige fachliche Begleitung, Fortbildung und Supervision der Mitarbeiter angesichts steigernder Anforderungen.“ Zudem sorge er mit viel Einsatz für die öffentliche Wahrnehmung der Arbeit der Bahnhofsmission und die Not ihrer Besucher. Spendenkonto der Bahnhofsmission: Liga-Bank Würzburg, Kontonummer 103001881, Bankleitzahl 75090300.


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