Stadt bittet um Toleranz für geschützte Saatkrähen |  wuerzburg24.com

Stadt bittet um Toleranz für geschützte Saatkrähen

Würzburg – Jedes Jahr im Frühjahr beginnen die Saatkrähen mit dem Nestbau. Sie bevölkern hohe Bäume mit ihren Nestern, machen viel Lärm und Schmutz. Die akustische Kommunikation, welche bei den Saatkrähen eine besonders wichtige Rolle spielt, wird vom Menschen oftmals als störend empfunden, weshalb die Tiere nicht überall willkommen sind.

Saatkrähen erfüllen aber wichtige ökologische Funktionen. So sorgen sie durch das Verzehren von Aas, Mäusen und Weichtieren wie Raupen und Würmern dafür, dass sich Krankheiten nicht ausbreiten, und dienen damit der natürlichen Schädlingsbekämpfung.

Das laute Krächzen wie auch die Hinterlassenschaften der Tiere z.B. auf Parkbänken und parkenden Autos können im direkten Umfeld einer Kolonie zu Belästigungen und Konflikten führen. Solche Brennpunkte befinden sich in Würzburg beispielsweise in der Werkingstraße, der Grünewaldstraße, der Erthalstraße, der Seinsheimstraße und am Wittelsbacher Platz. Aber auch an der Talavera und in der Georg-Eydel-Straße befinden sich Nester. Der Höhepunkt ist Mitte März, wenn die Vögel ihre Eier legen. Ein Ende der Belästigungen kehrt meist wieder im Mai ein, wenn die Jungvögel flügge geworden sind. Nach der Brut verteilen sich die Saatkrähen wieder.

Saatkrähen gehören nach europäischem und bundesdeutschem Recht  zu den besonders geschützten Vogelarten. Brut- und Nistplätze dürfen daher grundsätzlich nicht entfernt, zerstört oder in sonstiger Weise beeinträchtigt werden. Nach wie vor steht die Saatkrähe in Bayern auf der Vorwarnliste der gefährdeten Brutvögel. In Unterfranken kommt die Saatkrähe heutzutage nur noch in den Regionen Würzburg und Schweinfurt vor. Seit einigen Jahren hält sich hier der Bestand mit gut 800 kartierten Brutpaaren relativ stabil.

Mögliche Vertreibungen bergen stets die Gefahr, dass sich die Kolonie in mehrere Teilkolonien aufsplittert. Erreicht ist dann häufig eine Vervielfachung oder Verlagerung der Probleme, nicht aber eine Lösung. Übergriffe in Eigeninitiative, die zur Beeinträchtigung oder Zerstörung einzelner Koloniestandorte führen können, sind verboten. Sie können mit einem Bußgeld bis 50.000 € geahndet werden.

Die Stadt bittet daher um Toleranz, die Unannehmlichkeiten lassen sich nicht vollständig vermeiden, sind aber nur temporär. Bei Fragen oder Hinweisen zur Saatkrähe, können sich Bürgerinnen und Bürger an die Fachabteilung Naturschutz und Landschaftspflege, Tel. (0931) 37–2683, wenden.


Bild: Jedes Jahr im Frühjahr ist es in Würzburg zu beobachten: Die Saatkrähen beginnen wieder in Scharen mit ihrem Nestbau. (Symbolfoto: Ralf Zierold / Pixelio.de)

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