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Klare Botschaften am Zellerauer Marktplätzle

Würzburg – Das Trafohäuschen am Zellerauer Marktplätzle hat im Rahmen der Zellerauer Kulturtage in nur drei Tagen ein komplettes „Facelifting“ bekommen. Die Postfiliale ist nun umgeben von Street-Art auf drei Wänden mit klaren Botschaften gegen Rassismus und für Courage im Alltag.

An manchen Stellen detailverliebt und verspielt, an anderen Ecken unmissverständlich in fetten Lettern – bekommt die Friedenstaube ein neues Zuhause und Ewig-Gestrige werden in die Sackgasse beziehungsweise graue Wüste geschickt. Fünf Schulen waren an diesem Kooperationsprojekt beteiligt. Vom Eingang zur Post aus im Uhrzeiger-Sinn gestalteten das Friedrich-Koenig-Gymnasium, die Mittelschule Zellerau, das Matthias-Grünewald-Gymnasium, die Friedensreich-Hundertwasser-Schule und die Jakob-Stoll-Realschule zusammen mit Würzburger Street-Art-Künstlern jeweils große Flächen mit Spraydose und Rolle. Rund 300 Quadratmeter Kunst entstanden so insgesamt.

Das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule für Courage“ steht hinter dieser Aktion, die auf zahlreiche weitere Unterstützer und Sponsoren bauen konnte: das Bundesprogramm „Demokratie leben!“, den Bayerischen Jugendring, das Quartiersmanagement Zellerau oder die neue Anlaufstelle „Viertel“ in der direkten Nachbarschaft. Möglich gewesen wäre die Aktion in keinem Fall ohne die Mainfrankennetze GmbH, die zunächst die Flächen bereitstellten und dann auch noch die Farben finanzierten.

Einen Zuschuss gab es zudem aus dem Verfügungsfonds Zellerau des Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramms „Soziale Stadt“. Durch dieses vom Fachbereich Schule der Stadt Würzburg koordinierte Projekt kamen knapp 50 SchülerInnen zwischen 13 und 17 Jahren im kreativen Austausch zusammen. Bei schönstem Herbstwetter erfreute sich die Aktion am Wochenende zudem vieler Zuschauer. Besonders Mutige griffen zu Einmal-Handschuhen und Farbe und steuerten unter der Anleitung von Andreas, Christoph Ulherr, creature&graphic, POLAR oder Philipp Katzenberger selbst einige Farbtupfer bei.

Hintergründe gab es am Samstag beim Meet & Greet in der Frankfurter Straße, durch das Kabarettist Andy Sauerwein und Schulentwicklerin Nadine Bernard führten, während im Hintergrund das b-hof-Beatboxing-Team „7-Beatz“ unter der Leitung von Lizy den urbanen Soundtrack ablieferte.

Das fertige Werk kann nun in der Zellerau betrachtet werden. Wer seine Umwelt lieber durch ein Smartphone wahrnimmt, für den wird zudem derzeit noch eine beglei-tende App entwickelt. Die Idee ist, dass beim Scannen der Motive noch weitere Hintergründe aufpoppen. Auch eine Ausstellung und Film-Doku gehören nun noch zum Nachgang der Aktion im Zeichen der Vielfalt.

Wie lange wird die Kunst zu sehen sein? Für die aufwändige Aktion gibt es zunächst einmal natürlich kein Ablaufdatum. Stolze 17 Jahre hielt eine erste Gestaltung der Zellerauer Mittelschule an dieser Stelle. Diese füllte allerdings nur einige Fassadenabschnitte und Lücken, während diesmal sogar große Werbeflächen der Kunst wichen.


Bild: Ein Hingucker bei den Zellerauer Kulturtagen: die Trafostation am Marktplätzle wurde zur Streetart-Leinwand. Nadine Bernard und Andy Sauerwein (Bildmitte) erläutern das gemeinschaftliche Schul-Projekt in der Frankfurter Straße. (Foto: Georg Wagenbrenner)

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