Was wird künftig saniert, was veräußert? |  wuerzburg24.com

Was wird künftig saniert, was veräußert?

Würzburg – Startschuss für die Gebäudeerfassung in der Diözese Würzburg: Generalvikar Thomas Keßler hat am Dienstagvormittag die Erfassung aller Immobilien der Diözese Würzburg und der rund 1550 katholischen Kirchen- und Pfründestiftungen eingeläutet. Beginn ist im Stadtdekanat Würzburg.

Bis voraussichtlich 2022 sollen im Rahmen des seit 1. August 2019 geltenden Bau-Moratoriums die Gebäudedaten in den einzelnen Dekanaten aufgenommen und Kategorien zugeordnet werden. „Mit dieser umfangreichen Maßnahme schaffen wir eine Grundlage für die Schwerpunktsetzung im Blick auf die künftigen pastoralen Strukturen. Dabei soll entschieden werden, welche Immobilien saniert, welche instand gehalten und welche mittelfristig veräußert werden sollen“, betonte Generalvikar Keßler.

Federführend bei der Gebäudeerfassung sind das Bischöfliche Bauamt und die Finanzkammer in Zusammenarbeit mit der SBW-Bauträger- und Verwaltungs-GmbH. Sogenannte Steckbriefe zu den rund 1500 Kirchen und Kapellen, mehr als 200 Pfarrheimen, 970 Pfarrhäusern und Nebengebäuden sowie zu den zirka 600 Kindertagesstätten sind bereits vorhanden. Doch sollen weitere Informationen wie Lage und Ausstattung der Gebäude, vorhandene Schäden, Sanierungsbedarf, Arbeitssicherheit sowie bei Kirchen beispielsweise auch die Anzahl der Gottesdienste und die Zahl der Sitzplätze erfasst werden.

Nach Abschluss sind die Verantwortlichen der Hauptabteilungen Seelsorge und Personal im Bischöflichen Ordinariat gefordert: Sie legen die Kategorien für die Gebäude fest, die dann darüber entscheiden, welche Immobilien künftig benötigt und welche nicht mehr notwendig sein werden. „Ob auch einzelne Gotteshäuser geschlossen werden, ist noch nicht ersichtlich“, betonte der Generalvikar.

Hintergrund des Bau-Moratoriums und der damit verbundenen Gebäudeerfassung ist der prognostizierte Rückgang von Einnahmen aus der Kirchensteuer in den kommenden Jahren. Dieser zwingt nach den Worten von Generalvikar Keßler zur Priorisierung der kirchlichen Gebäude sowie der daraus resultierenden notwendigen Bauinvestitionen.

Mit der Einführung des Bau-Moratoriums sind bis 2022 Baumaßnahmen grundsätzlich nur dann genehmigungsfähig, wenn und soweit diese zur Abwehr von Gefahren für Leib und Leben erforderlich sind. Für alle notwendigen Baumaßnahmen der Diözese sowie der katholischen Kirchen- und Pfründestiftungen gilt in der Zeit des Moratoriums eine Kostenobergrenze von 15.000 Euro. Baukostenzuschüsse der Diözese Würzburg für kirchliche Rechtsträger wie beispielsweise die Emeritenanstalt, das Domkapitel oder Ordensgemeinschaften sowie für Kirchen- und Pfründestiftungen betragen 20 Prozent der Brutto-Gesamtkosten, höchstens jedoch 3000 Euro. Bei Baumaßnahmen, die aufgrund von staatlichen beziehungsweise behördlichen Auflagen zur Aufrechterhaltung der Betriebserlaubnis oder der Nutzung zwingend erforderlich sind, kann nach einer umfassenden fachlichen Einzelfallprüfung von der Kostenobergrenze abgesehen werden. Baumaßnahmen, die bereits vor dem 1. August 2019 begonnen wurden, werden fertiggestellt.

In der Zeit der Umsetzung des Moratoriums rechnet die Diözese Würzburg mit einer Reduzierung des Bauhaushalts um insgesamt rund sechs Millionen Euro. Für bereits genehmigte und begonnene Projekte sind bis 2022 rund 65,6 Millionen Euro im Bauhaushalt eingeplant. Angesichts der Finanzierung laufender Bauprojekte wie beispielsweise des Matthias-Ehrenfried-Hauses in Würzburg, des Umbaus des Pfarrzentrums Sankt Anton in Schweinfurt oder des Egbert-Gymnasiums der Benediktiner in Münsterschwarzach und projektbezogener Bauzuschüsse wird die Reduzierung des Bauhaushalts letztlich erst ab 2021 greifen. Die Zeit des Moratoriums soll auch genutzt werden, um im Bischöflichen Ordinariat die Prozesse und Abläufe im Bau- und Immobilienbereich neu zu strukturieren.


Bild: Diözese Würzburg startet Erfassung der kirchlichen Gebäude – Auftakt im Stadtdekanat Würzburg (Foto: Markus Hauck / POW)

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