Amtseinführung von Generalvikar Thomas Keßler |  wuerzburg24.com

Amtseinführung von Generalvikar Thomas Keßler

Würzburg – Am Dienstagvormittag ist der neue Generalvikar des Bistums Würzburg, Thomas Keßler, mit einem Pontifikalamt im Kiliansdom in sein Amt eingeführt worden. Keßler tritt damit die Nachfolge von Generalvikar Karl Hillenbrand an, der im November 2014 verstorben war. An das Pontifikalamt schloss sich eine Begegnung auf dem Kiliansplatz an.

„Ich danke allen, die sich in unserer Diözese für eine lebendige, einladende und ausstrahlende Kirche einsetzen und freue mich auf das gute Miteinander im Dienst der Verkündigung der Frohen Botschaft“, sagte Keßler zu den rund 900 Gläubigen. Mit Bischof Friedhelm Hofmann konzelebrierten Bischof em. Paul-Werner Scheele, Weihbischof Ulrich Boom, die Generalvikare Peter Beer (Erzbistum München-Freising) und Raimund Beck (Erfurt), Mitglieder des Domkapitels sowie Dekan Johannes Hofmann (Kitzingen) als Vertreter der Dekane im Bistum Würzburg und Pfarrer Gerhard Weber, Sprecher des Priesterrats der Diözese Würzburg.

Bischof Hofmann: Amtseinführung ist nicht nur ein Anlass zur Freude

Die Einführung des neuen Generalvikars sei ein Anlass zur Freude, sagte Bischof Hofmann. Zugleich gebe es jedoch Anlass zur Trauer um die Flüchtlinge, die auf dem Mittelmeer ums Leben gekommen sind, und um die Christen, die in den Ländern Afrikas und im Nahen Osten aufgrund ihres Glaubens getötet werden. „Wir müssen unsere Kräfte bündeln, um das Böse hinwegzulieben und die Welt hoffnungsvoller zu machen“, ermunterte er die Gläubigen. In seiner Predigt wies Bischof Hofmann auf die Parallelen hin, die den Tagesheiligen Konrad von Parzam mit dem neuen Generalvikar verbinden. So wie der heilige Konrad, der 1818 auf einem Bauernhof im Rottal zur Welt gekommen war, sei auch Thomas Keßler „ein Mann, der die Scholle liebt“. Das zeigten seine Liebe zu den Pferden, seine Kutschfahrten durch das wunderschöne Frankenland und seine fränkische Verwurzelung.

In Bad Kissingen habe Keßler nicht nur als Dekan, sondern auch als Pfarrer und Pfarradministrator verschiedener Gemeinden gewirkt, außerdem als Notfallseelsorger, als Mitglied des Diözesanpastoralrats und des Priesterrats, als Begleiter und Unterstützer des Dialogprozesses und des Fachbeirats der Koordinierungs- und Fachstelle zur Prävention sexualisierter Gewalt. „Sicherlich ist es ihm nicht leicht gefallen, seine bisherige Wirkungsstätte aufzugeben. Dennoch hat er sich nicht verweigert, als ich ihn fragte, ob er die Aufgabe des Generalvikars in Würzburg übernehmen wolle.“ So wie Konrad 41 Jahre seinen Dienst als Pförtner im Kapuzinerkloster Sankt Anna in Altötting versah, werde auch der neue Generalvikar „als Pförtner in den Angelegenheiten der Kirche tätig sein“, sagte Bischof Hofmann.

Karl Hillenbrand habe „große Fußspuren“ hinterlassen

Der verstorbene Generalvikar Karl Hillenbrand habe „große Fußspuren“ hinterlassen. „Sein plötzlicher Tod hat uns gezeigt, wie Gott in unser Leben eingreift. Alles, was wir in der Kirche tun, ist letztlich Dienst in der Verkündigung von Gott. Wir sind nicht die Herren der Kirche, sondern ihre Diener. Wir alle sind die pastoralen Mitarbeiter Gottes, ob im Ordinariat, im Pfarrbüro, in unseren Hilfsorganisationen, Kindergärten, Schulen, Beratungsstellen oder in unseren Gemeinschaften und Verbänden.“

Keßler dankte Bischof Hofmann für das Vertrauen, das dieser in ihn setze. Als Motiv für das Liedblatt habe er sich das Pfingstfenster von Georg Meistermann in der Bad Kissinger Stadtpfarrkirche Herz Jesu gewünscht. „Wer unter diesem Fenster steht, ist in das Pfingstereignis mit einbezogen.“ Dieser Geist Gottes sorge für Bewegung und habe die junge Kirche aus einer Situation der Unsicherheit und Angst im Vertrauen auf Gott zu den Menschen aufbrechen lassen. „Manchmal sind wir als Kirche heute in einer ähnlichen Situation. Veränderungen und das Stehen in der öffentlichen Diskussion führen zu Unsicherheit und manchmal auch zur Resignation“, sagte der Generalvikar. „Ich möchte in meinem Dienst mit Ihnen zusammen daran mitwirken, dass wir mit dem Beistand dieses bewegenden Geistes Gottes voll Hoffnung und mit Freude an unserem Christsein gemeinsam in die Zukunft gehen.“

Nach dem Gottesdienst legte Generalvikar Keßler am Grab des verstorbenen Generalvikars Karl Hillenbrand ein Blumengebinde nieder und stimmte das österliche Marienlied „Regina caeli“ an. Im Anschluss trafen sich Gäste und Mitarbeiter bei strahlendem Sonnenschein zu einer Begegnung auf dem Kiliansplatz.

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