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Kirchen und Initiativen rufen zum Gedenken auf

Würzburg – Vor 74 Jahren, am 16. März 1945, wurde die Stadt Würzburg bei einem Bombenangriff der Alliierten nahezu komplett zerstört. Rund 5000 Menschen kamen dabei ums Leben. Mit einem Gottesdienst, dem „Weg der Versöhnung“, einem Festakt und einem Gedenkkonzert gedenken die Kirchen in Würzburg zusammen mit der Stadt Würzburg am Samstag, 16. März, an den Jahrestag der Zerstörung Würzburgs sowie an das Ende des Zweiten Weltkriegs.

„Die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen und die Schrecken des Krieges mahnt uns, unsere Gegenwart und Zukunft zu gestalten. Wenn sich Menschen in unserem Land nicht mehr sicher fühlen und diskriminierende, rassistische und antisemitische Parolen offen ausgesprochen werden und Unfrieden gestiftet wird, sind wir aufgefordert, dieser Entwicklung entgegenzutreten“, schreibt das Ökumenische Nagelkreuzzentrum Würzburg in einer Pressemitteilung.

Ein Gottesdienst für die Opfer des 16. März 1945 und für alle Opfer von Krieg und Gewalt wird um 9 Uhr im Kiliansdom gefeiert. Zelebrant ist Stadtdekan Domkapitular Jürgen Vorndran. Um 10 Uhr beginnt an der Gedenkstätte 16. März 1945 auf dem Hauptfriedhof der „Weg der Versöhnung“. Oberbürgermeister Christian Schuchardt gedenkt der Toten und legt einen Kranz nieder.

Weitere Stationen sind der „Lebensbaum“ im Ringpark (10.55 Uhr), der Brunnen im Ringpark nahe der Kreuzung Martin-Luther-Straße/Rennweg (11.25 Uhr), die evangelische Kirche Sankt Johannis (11.55 Uhr) und die Handwerkskammer für Unterfranken (12.20 Uhr). Dort werden das Wandernagelkreuz und die Versöhnungsstatue von Coventry für ein Jahr übergeben.

Unter dem Motto „Laufend Erinnerung bewahren“ beginnt um 11 Uhr der 25. Würzburger Gedächtnislauf von Würzburg nach Gemünden. Start ist im Innenhof des Rathauses. Die Startnummern werden ab 9 Uhr ausgegeben. Veranstalter sind Stadtmarathon Würzburg, Johanniter-Unfall-Hilfe und Kolping-Mainfranken. Weitere Informationen im Internet unter www.gedaechtnislauf.de.

Um 14 Uhr beginnt der Festakt zur Erklärung der Sankt Johanniskirche als „Mahnmal gegen Krieg und Gewalt“. Regionalbischöfin Gisela Bornowski wird eine Inschrift enthüllen. Bei einem Podiumsgespräch diskutieren Wieslaw Szajda, Präsident der Handwerkskammer Danzig, Jean-Marie Bernard, Präsident der Handwerkskammer Caen, sowie ein Gast der Nagelkreuz-Initiative über das Thema „Europa als Friedensprojekt“.

Mit dem Thema „Krieg. Zerstörung. Erinnerung – Würzburg und der 16. März“ befasst sich eine Familienführung um 14.30 Uhr im Fürstenbaumuseum auf der Festung Marienberg. Sie ist geeignet für Kinder ab neun Jahren. Der Eintritt kostet pro Person zwei Euro zuzüglich zum Museumseintritt. Die Führung wird nochmals am Sonntag, 17. März, um 14.30 Uhr angeboten. Vertreter des Komitees Würzburger Friedenspreis stellen bei der Veranstaltung „Konsequenzen aus dem Erinnern! Vom 16. März 1945 zum Würzburger Friedenspreis“ von 17 bis 18.30 Uhr im Würzburger Rathaus die Idee des Friedenspreises vor und schildern Begegnungen mit der Arbeit von Friedenspreisträgern aus 25 Jahren. Von 19 bis 21.20 Uhr findet in der Adolph-Kolping-Kapelle im Kolping-Center Mainfranken die „Nacht der Friedenslichter“ statt.

Bei einem Gedenkkonzert von 20 bis 21.10 Uhr in der Franziskanerkirche erklingen „Dona nobis pacem“ von Ralph Vaughan Williams und „Adagio for Strings“ von Samuel Barber. Es singen und spielen Anke Endres (Sopran), Joachim Goltz (Bariton), der Oratorienchor Würzburg und das Orchester Würzburg in symphonischer Besetzung. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Zum Gedenken an den Luftangriff läuten in der Zeit von 21.20 bis 21.40 Uhr die Glocken aller Würzburger Kirchen. Ab 21.15 Uhr bis Mitternacht ist zudem die Marienkapelle am Marktplatz zum stillen Gedenken und Gebet geöffnet.


Bild: Auch die Glocken des Kiliansdoms werden zum Gedenken an den Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 von 21.20 bis 21.40 Uhr läuten. (Foto: Markus Hauck / POW)

 

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