Ausgezeichnete Sanierung: Einmalige Dachlandschaft nach historischem Vorbild |  wuerzburg24.com

Ausgezeichnete Sanierung: Einmalige Dachlandschaft nach historischem Vorbild

Der Bezirk Unterfranken zeichnete die aufwendige Dachsanierung beim Ämtergebäude in der Karmelitenstraße 20 mit einem der Förderpreise 2013 zur Erhaltung historischer Bausubstanz aus
Der Bezirk Unterfranken zeichnete die aufwendige Dachsanierung beim Ämtergebäude in der Karmelitenstraße 20 mit einem der Förderpreise 2013 zur Erhaltung historischer Bausubstanz aus

Würzburg – Man muss in der Karmelitenstraße 20 zunächst einige Schritte zurücktreten und den Blick nach oben richten, um einen ersten Eindruck von den Sanierungsarbeiten zu bekommen, die der Bezirk mit dem Förderpreis der Unterfränkischen Kulturstiftung ausgezeichnet hat. Den mit 25.000 € dotierten Preis gab es für die Sanierung der 1600 Quadratmeter großen Dachfläche des städtischen Ämtergebäudes.

Manchmal nutzen abwegige Vergleiche um ein Gefühl für eine solche gleichermaßen große wie kleinteilige Fläche zu bekommen: Das von Januar bis November 2012 sanierte Schieferdach würde beispielsweise in der s.Oliver-Arena nahezu den gesamten Boden und die Besucherränge bedecken. Allein dann wären wohl die 51 Dachgauben und ein Rundturm den Basketballern und Zuschauern ziemlich im Weg.

„Es gibt gar nicht viele Handwerksbetriebe, die so eine filigrane Kunst noch beherrschen“, gab Renate Förster, beim Hochbau der Stadt Würzburg zuständig für dieses außergewöhnliche Projekt, einen Großteil des Lobs an die Firma Thilo Hammer aus Arnstein weiter. Die Dachdecker hatten den Auftrag für rund 600.000 Euro ausgeführt und dem 1260 erstmals urkundlich erwähnten Anwesen eine neue Haube aus Moselschiefer verliehen. Die bis heute gebräuchliche Bezeichnung Rückermainhof für das Anwesen in der Karmelitenstraße 20 entstand aus dem Namen eines früheren Besitzers, nämlich Rüger am Main. Bis ins 20. Jahrhundert fanden verschiedene Restaurierungen und Umbauten statt.

Bei der feierlichen Anbringung der Plakette in der Karmelitenstraße stellten Oberbürgermeister Georg Rosenthal und Baureferent Christian Baumgart nun in Aussicht, dass mittelfristig auch die Gebäudefassade im neuen Glanz erstrahlen soll. Jens Kulicke, Leiter der Fachabteilung Hochbau, berichtete von ersten Versuchreihen in der Marktgasse, wo man derzeit verschiedene schonende Stein-Reinigungsverfahren testet.

Dieses nächste Restaurierungs-Großprojekt ist bislang aber noch nicht datiert oder im Haushalt abgebildet. Bei der Zerstörung Würzburgs 1945 blieb ein Großteil des Figurenschmucks erhalten, dieser erfreuliche Umstand macht die Arbeit an der Fassade nun entsprechend aufwendig.

Oberbürgermeister Georg Rosenthal freute sich, dass der erste Schritt, die Dachsanierung in jedem Fall schon einmal erfolgreich abgeschlossen ist: „Die faszinierende Dachlandschaft passt sehr gut zu diesem starken und selbstbewussten Gebäude in zentraler Lage.“


Bild: Oberbürgermeister Georg Rosenthal, Hochbau-Chef Jens Kulicke, Renate Förster und Baureferent Christian Baumgart an der neuen Plakette am Eingang zum Rückermainhof. (Foto: Georg Wagenbrenner)

Vielleicht gefällt dir auch