Qualitätsoffensive ÖPNV: Neue Tarifoptionen und mehr |  wuerzburg24.com

Qualitätsoffensive ÖPNV: Neue Tarifoptionen und mehr

Würzburg – Zur Sicherstellung einer hohen Lebensqualität zielt die Stadt Würzburg darauf ab, einen möglichst hohen Anteil an Mobilität auf den Umweltverbund zu verlagern. Hierzu muss der ÖPNV in Würzburg attraktiv, effizient und klimaschonend weiterentwickelt werden. Dieses zusammenhängende Handeln ist auch Zielsetzung des Green-City Konzepts.

Um die Voraussetzungen hierfür zu schaffen plant die Stadt Würzburg eine ÖPNV-Offensive mit folgenden Bedingungen:

  • Sicherstellung einer langfristigen, bedarfsgerechten Finanzierung für den Erhalt und den Ausbau der ÖPNV-Infrastrukturen
  • gezielte Steuerung des motorisierten Individualverkehrs
  • Förderung von Innovationen (z. B. digitaler Service, E-Mobilität, Sharing-Modelle, on-Demand-Verkehre)
  • deutliche Angebots- und Qualitätssteigerung – besonders beim Verkehrssystem Bus – um Nachfragesteigerung erzielen zu können

Als Auftakt der ÖPNV-Offensive im Rahmen des Green-City Konzepts sind insbesondere die Optimierung des Omnibusliniennetzes als gemeinsamer Prozess von Politik und Bürgerschaft und die Einführung neuer städtischer Tarifoptionen geplant: Einführung eines Senioren-Abos ab 65 Jahre auf Basis des 9-Uhr Spar-Abos mit einem zusätzlichen Rabatt von 15%.

Das Ende des Berufslebens und der Eintritt in den Ruhestand ist ein Punkt im Leben, der sich auch maßgeblich auf das Mobilitätsverhalten auswirkt. Das tägliche Pendeln zum Arbeitsplatz wird abgelöst durch Fahrten zu verschiedenen Freizeitaktivitäten. Hier fehlt ein adäquates Angebot im Tarifportfolio des Verbundes um die Fahrgäste im ÖPNV zu halten. Dies soll durch eine städtische Tarifoption ausgeglichen werden.

Einführung einer 3-Tageskarte für das Stadtgebiet Würzburg zum Preis von zwei Tageskarten

Es wurde erkannt, dass neben der in Würzburg gut nachgefragten Tageskarte speziell im touristischen Bereich eine Mehrtageskarte im Sortiment fehlt. Diese Lücke soll durch eine 3-Tageskarte gefüllt werden, die zum Preis von zwei VVM-Tageskarten angeboten wird, so dass auch für einen mehrtägigen Aufenthalt in Würzburg ein adäquates Angebot verfügbar ist.

Die WSB geht davon aus, dass diese Tickets auf dem eigenen Liniennetz ohne Erlöseinbußen eingeführt werden könnten. Die Vergünstigung soll durch eine Mehrung der Fahrgäste kompensiert werden.

Erweiterung des Konzepts „Parkschein = Fahrschein“ auf Familien

Die WSB geht von einer Ergebnisverschlechterung in Höhe von ca. 130.000 € im Jahr aus – die aber mit einer deutlichen Verbesserung des Angebots einhergeht. Das Angebot berücksichtigt, dass in einem Pkw mehr als eine Person befördert werden können und sollen. Familien werden zum Umsteigen animiert.

Die vorgenannten Tarifoptionen wurden mit Bedacht ausgewählt. Mit 23 Mio. € im Jahr sind die Fahrgelderlöse die maßgebliche Größe zur Minimierung des ÖPNV-Defizits. Eine Reduzierung der Fahrgelderlöse hat unmittelbare Auswirkungen auf das Ergebnis der WSB. Überlegungen zu Tarifänderungen sind stets strategische Entscheidungen. Eine unüberlegte Strategie kann zu Erlöseinbrüchen in Millionenhöhe führen. Man möchte sich dieser Thematik Schritt für Schritt annähern, so dass die dahinter stehenden Prozesse stets beherrschbar sind. Nur durch einen beherrschbaren Prozess ist eine nachhaltige Steuerung des ÖPNV-Angebots in Würzburg durch die Stadt mit Hilfe der WSB möglich.

Aus diesem Grund sollen die Tarifoptionen, deren Einführung am 01.03.2019 angedacht ist, zunächst auf drei Jahre befristet werden.

Da eine Einführung im Rahmen des Verbundes sehr komplex und langwierig ist, werden die Tarifoptionen zunächst nur auf den Linien der WSB eingeführt. Langfristig sollen die Tarife aber in allen Verkehrsmitteln im Stadtgebiet gelten, die Verhandlungen mit dem Verbund über einen eigenen Stadttarif innerhalb des Verbundtarifs werden zeitgleich aufgenommen.

Die ÖPNV-Offensive setzt auf den bereits beschlossenen Maßnahmen auf, die zum Teil bereits in Umsetzung sind:

  • Erweiterung der Straßenbahnlinien 1/5 in Grombühl
  • Erweiterung der Straßenbahnlinien in die Stadtbezirke Frauenland und Hubland
  • barrierefreier Umbau der Endhaltestelle „Bürgerbräu“ in der Zellerau
  • barrierefreier Umbau der Endhaltestelle „Königsberger Straße“ in der Sanderau
  • Beschaffung von neuen Straßenbahn-Niederflurfahrzeugen
  • Ausbau barrierefreier Bushaltestellen
  • Umrüstung Omnibussen mit hocheffizienten Abgas-Nachbehandlungsanlagen zur NOx-Reduktion
  • Beschaffung umweltfreundlicher Antriebstechnologie (E-Busse)

Straßenbahnerweiterung in Grombühl: Fördersätze steigen auf 90 %  

Die Stadt Würzburg stand in den vergangenen Monaten in intensivem Austausch mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr.

Nach einem persönlichen Gespräch und ergänzendem Schreiben konnte über  Staatssekretär Josef Zellmeier die Erhöhung des Fördersatzes von 80 % auf 90 % für die Baumaßnahme der Straßenbahn bzw. von 60 % auf 90 % für den Park & Ride Platz erreicht werden.

Oberbürgermeister Schuchardt: „Wir freuen uns sehr über das Entgegenkommen des Freistaates Bayern. Eine nachhaltige Entwicklung des ÖPNVs, wie wir sie im Rahmen des Green-City Plans vorhaben, kommt allen Menschen im Großraum zugute. Diese ist nur möglich, wenn Kommunen bei Millionen-Projekten kräftig unterstützt werden und diese nicht anderswo im Haushalt Lücken reißen.“

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