Würzburger Jazzfestival |  wuerzburg24.com

Würzburger Jazzfestival

Würzburger Jazzfestival
Würzburger Jazzfestival

34. Würzburger Jazzfestival / 3. Landesjazzfestival Bayern 2018
27. und 28. Oktober, je 19 Uhr, Felix-Fechenbach-Haus (Stadtteilzentrum Grombühl), Petrinistraße

Das Festival

Der Bayerische Jazzverband ernannte das Würzburger zum Landesjazzfestival. Und er schickt seine besten Leute: Eine bayerische All-Star-Jazzband eröffnet den zweiten Festivaltag. Es folgen zwei rasant poppige Acts: die souligen Three Fall & Melane und die techno-inspirierte Jazzrausch Bigband (für Würzburger: Jazzrausch spielen ein komplett anderes Programm als vier Monate zuvor beim Hafensommer). Am Samstag gibt’s Tiktaalik, die Gewinnerband des Kemptener Jazzfrühlings, und als Stargast die 89-jährige Sheila Jordan in einem sangesfreudigen Mädels-Sextett. Die Band des Trompeters Thomas Siffling heißt Flow und hat den Funk.

Eintritt pro Abend 40 Euro, Studenten 25 Euro. Mitglieder der Jazzinitiative Würzburg haben freien Eintritt! Vorverkauf ab Ende August bei der Tourist-Information Würzburg im Falkenhaus am Marktplatz, Tel. 0931 / 372-398, und im Buchladen Neuer Weg, Sanderstraße 23-25.
Schirmherr: Christian Schuchardt, Oberbürgermeister der Stadt Würzburg

Die Veranstalter

Das Jazzfestival Würzburg ist eine Veranstaltung der Jazzinitiative Würzburg e. V., Trägerin der lokalen Kulturmedaille. Die Initiative begrenzt dieses Festival als Förderfestival bewusst auf KünstlerInnen aus dem deutschsprachigen Raum, um diesen eine gute Auftrittsmöglichkeit zu bieten. Viele Musiker spielten hier schon vor ihrem internationalen Durchbruch, allen voran naturgemäß die nordbayerischen Talente Michael Wollny, Peter Fulda, Hubert Winter, Rudi Engels.
Der Bayerische Jazzverband unterstützte neue Konzertreihen in Regensburg (2016) und Murnau (2017). 2018 bot dieser bayerische Verband der lokalen Jazzinitiative Würzburg an, ihr 34. Jazzfestival als drittes Landesjazzfestival durchzuführen.

Die Location

Das Felix-Fechenbach-Haus an der Würzburger Petrinistraße hat eine eigene Straßenbahn-Haltestelle. Es wird empfohlen, die Linien 1 oder 3 zu nutzen; es gibt keine Pkw-Parkplätze an der Halle. Die ist ein frühes Beispiel für postmodern umgenutzte Industriebauten. Während der Konzerte ist Ausschank, es werden kleine Snacks angeboten.

Die Ensembles

Tiktaalik

Die Gewinnerband des Kemptener Jazzfrühlings heißt wie der Fisch, der eine wichtige Phase der Evolution markiert. Und von Evolution hält das Quartett viel: Gemeinsam entwickeln die Musiker Polyrhythmen; aus kleinen Melodien bauen sie lange Harmoniebögen. Das Ergebnis nennt Saxer und Gründer Oliver Marec, der in Nürnberg und Wien studiert(e): „humorvoll, bodenständig und unprätentiös“. Der Boden, auf dem man steht, hat gute alte Bop-Qualität. Ein hoher Anteil der Tracks ist durchkomponiert und -arrangiert. Aber: von der Band gemeinsam.

Lines for Ladies feat. Sheila Jordan

Die Gründer-Sängerinnen Sabine Kühlich und Anne Czichowsky loten mit Wort- und Wahnwitz die Höhen und Tiefen der Oktaven aus. Ihr Programmname „Lines for Ladies“ huldigt einer Sternstunde des Cool-Jazz („Line for Lyons“) und dreht diesen Stil doch in die Gegenwart. In dieser Gegenwart agiert auch die Lehrerin der Kühlich, die 89-jährige Sheila Jordan, die nach wenigen Jahrzehnten Abwesenheit wieder einmal Gast beim Würzburger Jazzfestival ist. Schon 1962 brachte das Label Blue Note eine Porträt-Platte von ihr raus. Sechs Jahre später zeigte Jordan, wie offen sie für neue Klangkünste ist, und sang auf Carla Bleys „Escalator over the Hill“ mit. Und so blieb es bis heute.

Thomas Siffling Flow

Trompeter Thomas Siffling blies im Trio, in Bigbands und komponierte Ballettmusik. 2017 startete er sein stark elektrifiziertes Quintett Flow. Keyboards, E-Gitarre und E-Bass ließen den akzentuierten Swing-Rhythmus immer öfter in Funk oder gar Techno-Muster kippen, und der mit allen Wassern der zeitgenössischen Musik gewaschene Solist schwang sich auf diesem akustischen Teppich zu einer soliden und selbstbewussten Bläserei auf – eine unterhaltsame, manchmal poppige und sogar tanzbare Mischung.

Bayerisches Landesjazzensemble

Die All-Star-Formation des gegenwärtigen zeitgenössischen Jazzes um den Trompeter Claus Reichstaller entfesselt wogende Klangmächte mit dem Saxer Lutz Häfner. Paulo Morello an der Gitarre sorgt für eine Virtuosität, die er auf der breiten Traditionslinie mit und um Larry Corryell ausgebildet hat. Mit dem Pianisten Tizian Jost ist er gut eingespielt, ebenso wie Bass und Drums, Sieverts und Jütte, die im Quartett des letzteren und im Ensemble von Jazzini-Gründer Werner Küspert bereits mehrfach am Main gastierten.

Three Fall & Melane

Ihr Groove wird von der Besetzung vorprogrammiert: Posaune, Bassklarinette bzw. Sax und Drums. Äußerste Gegenwärtigkeit ist für jeden der drei Künstler in jedem Sekundenbruchteil unabdingbar. Sie können ihre kleine Besetzung orchestral klingen lassen, zeigen in stetem Wechsel experimentelle Spieltechniken und elektronische Klangbearbeitung. Dazu nutzt die deutsch-kongolesische Sängerin Melane Nkounkolo ihre erstaunliche Stimme für Anklänge an Retro-Soul. Und die Dame rappt ausgesprochen melodisch.

Jazzrausch Bigband

Posaunist Roman Sladek managte einen Musicclub und brauchte dafür eine Hausband. Die konnte also spielen, spielen, Erfahrungen gewinnen und experimentieren. Und musste das auch, häufig neue Programme am selben Ort geben. Zudem gastiert die JRBB rund alle sechs Wochen im Münchner Techno-Club Harry Klein und unterhält das feierwütige Völkchen. Sladeks Credo: Jazz kann populäre Musik nehmen und auf das Niveau von Kunstmusik bringen.

Der Ablauf

Samstag, 27.Okt., 19 Uhr Felix-Fechenbach-Haus
Tiktaalik
Lines for Ladies feat. Sheila Jordan
Thomas Siffling Flow

Sonntag, 28. Okt., 19 Uhr Felix-Fechenbach-Haus
Bayerisches Landesjazzensemble
Three Fall & Melane
Jazzrausch Bigband

Rahmenprogramm:
Donnerstag, 8. Nov., 19.30 Uhr Kulturspeicher Würzburg
Marco Netzbandt Trio