Tinnitus als "Mitbewohner" akzeptieren |  wuerzburg24.com

Tinnitus als „Mitbewohner“ akzeptieren

Würzburg – Am Samstag, den 18. Februar 2017 wird eine zweite Selbsthilfegruppe für Tinnitus-Betroffene eröffnet, Betroffene sind herzlich eingeladen. Die hohe Nachfrage führte zu der Idee, eine zweite Gruppe ins Leben zu rufen.

Marie-Luise Schätzlein engagiert sich für beide Gruppen, sie kennt die Herausforderungen und Belastungen mit denen Tinnitus-Patient/innen konfrontiert sind, da sie selbst seit über 30 Jahren mit einem chronischen Tinnitus lebt. „Man muss Tinnitus als Mitbewohner akzeptieren – und nicht als Feind bekämpfen“, so ihre Erfahrung, die sie gerne mit anderen Betroffenen teilen möchte.

Ca. 10% der Deutschen leiden unter Tinitus

Laut der Deutschen Tinnitus-Liga leidet schätzungsweise 10 % der deutschen Bevölkerung an chronischem Tinnitus. Das wären in Würzburg rund 13.000 Menschen.

Tinnitus kann durch physische und psychische Überlastung, Knalltrauma, schwere Kopfverletzungen in Folge von Unfällen, Verspannungen im Bereich der Halswirbelsäule und des Kiefergelenks ausgelöst werden oder als Begleiterkrankung einer Innenohrschwerhörigkeit auftreten und bei schwerer Symptomatik zu Depressionen führen. Die Bereitschaft, eine neue Haltung zum Tinnitus zu finden, ist eine gute Voraussetzungen, um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen.

Die Selbsthilfegruppe leistet hier wertvolle Hilfestellung, um Erfahrungen und Strategien zur Linderung des Tinnitus auszutauschen und zu erproben. Entspannungs- und Achtsamkeitstraining, regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, feste Rituale, positives Gedankengut sowie ein gut strukturierter Tagesablauf können den Lebensalltag bereichern, sodass es gelingen kann, sich mit dem Tinnitus zu versöhnen.

Aber auch Maßnahmen der Heil- und Hilfsmittelversorgung werden in der Gruppe besprochen. So kann Physiotherapie die Problematik in den Bereichen Halswirbelsäule und Kiefergelenk reduzieren helfen. Die Anwendung des sogenannte *Tinnitus-Masker“ (Noiser) sowie die Versorgung mit Hörgeräten können zum Abdämpfen der Ohrgeräusche eingesetzt werden. Beide Geräte werden vom Hals-Nasen-Ohrenarzt verordnet.

„Jeder muss für sich selbst den Tinnitus annehmen lernen. Ein Leben mit Tinnitus ist sehr belastend, jedoch mit einer positiven Lebenseinstellung gut zu bewältigen.“ so Marie-Luise Schätzlein. Durch die gegenseitige Hilfe innerhalb der Gruppe lassen sich schwere Situationen leichter tragen und schließlich auch verändern. Darum engagiert sie sich in der Selbsthilfe.

Die Selbsthilfegruppe „Samstagsgruppe“

Die Selbsthilfegruppe „Samstagsgruppe“ trifft sich am Samstag, den 18.02.17 um 14.00  Uhr erstmals zur Gründung und findet dann regelmäßig jeweils am dritten Samstag im Monat (außer April und August) von 14.00 Uhr  – 15.30 Uhr statt. Ort: Selbsthilfehaus, Scanzonistraße 4, 97080 Würzburg.

Kontakt: Die Gruppe wird vom Aktivbüro der Stadt Würzburg unterstützt, Interessenten/innen für die neue Gruppe können unter Tel. 0931/37-3706 Kontakt aufnehmen. Um Anmeldung für das erste Treffen wird gebeten. Für neue Interessent/innen an der Gruppenarbeit werden Erstkontakt-Gespräche der Tinnitus-Selbsthilfe Würzburg angeboten: An jedem vierten Montag im Monat von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr und an jedem dritten Samstag im Monat von 13.00 Uhr bis 14.00 Uhr im Selbsthilfehaus, Scanzonistr. 4, 97080 Würzburg. Die Gespräche sind unverbindlich und kostenfrei.

Es wird gebeten, sich für Terminabsprachen direkt mit Frau Schätzlein in Verbindung zu setzen: Tel. 015784300522 oder E-mail: info.tinnitus.selbsthilfe.wuerzburg@web.de


Bild: Das Bild zeigt das Selbsthilfehaus in der Scanzonistraße 4 in der Pleich in Würzburg. (Foto: wuerzburg24.com)

Vielleicht gefällt dir auch