Karg-Stiftung fördert Frühstudium


34 Schülerinnen und Schüler sind im Wintersemester 2009/10 ins Frühstudium an der Universität Würzburg eingestiegen. (Foto: Julia Kanis)Würzburg - 81 Schülerinnen und Schüler nehmen derzeit am Frühstudium der Universität Würzburg teil. Die Karg-Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main unterstützt das Projekt; im Jahr 2010 steuert sie 8.000 Euro bei. Zwei Drittel der 81 Frühstudierenden kommen aus dem weiteren Umland von Würzburg. Sie haben Anfahrtswege von durchschnittlich 50 Kilometer zu bewältigen. Hier hilft die Karg-Stiftung: Sie gewährt einem Teil der jungen Leute einen Zuschuss zu den Fahrtkosten und trägt so dazu bei, dass Wissbegierde und Leistungsbereitschaft nicht durch einen knappen Familienetat ausgebremst werden.


Frühstudierende in allen Fächern

"Mehr wissen wollen – mehr verkraften können": Unter diesem Motto belegen die Frühstudierenden Lehrveranstaltungen aus dem gesamten Fächerspektrum der Universität. Die meisten Frühstudierenden gibt es in Mathematik (20 Teilnehmer), Physik (10) sowie in Anglistik und Chemie (jeweils acht).

Frühstudierende tauschen in der Regel an einem Tag in der Woche die Schulbank mit einem Platz im Hörsaal. An der Uni können sie Leistungsnachweise erwerben, die ihnen später im Studium angerechnet werden.

Auswirkungen zeigt die Umstellung der bayerischen Gymnasien auf das G8-System: Der Anteil der Frühstudierenden aus der zehnten Jahrgangsstufe steigt leicht an. Erstmals wurden in diesem Wintersemester sogar eine Neuntklässlerin und ein Neuntklässler aufgenommen – in Chemie und in Informatik.

Hohe Leistungsbereitschaft der Frühstudierenden

"Wie wichtig den Schülerinnen und Schülern der Besuch von Vorlesungen, Übungen und Seminaren ist, zeigt ihre unermüdliche Leistungsbereitschaft", sagt der Würzburger Mathematiker Richard Greiner, der das Projekt koordiniert. Nicht selten erledigen die Frühstudierenden ihre Hausaufgaben während der einstündigen Zugfahrt nach Würzburg oder arbeiten Vorlesungen, die sie wegen einer Schulaufgabe nicht besuchen konnten, am Wochenende nach.

Das Engagement der Frühstudierenden sei umso bewundernswerter, als sich mehr als die Hälfte von ihnen zwei Semester oder länger auf dieses Doppelbelastung einlassen. „Im Bundesdurchschnitt erstreckt sich ein Frühstudium in knapp 70 Prozent der Fälle nur auf ein Semester“, betont Eva Stumpf von der Begabungspsychologischen Beratungsstelle die Würzburger Ausnahmestellung.

Info-Veranstaltung zum Frühstudium im Mai

Wer im Wintersemester 2010/11 ins Frühstudium starten möchte, sollte sich den 12. Mai 2010 vormerken: An diesem Tag präsentiert die Universität das Projekt bei einer Info-Veranstaltung um 17 Uhr im Turing-Hörsaal des Informatikgebäudes auf dem Hubland-Campus. Angesprochen sind Schüler, Eltern, Lehrer und Uni-Dozenten.
Karg-Stiftung vergab erstmals Preis

Die Karg-Stiftung unterstützt tatkräftig das Engagement besonders begabter Schüler. Erst vor kurzem hat sie die Eigeninitiative mathematikbegeisterter bayerischer Schüler, die sich im Verein „Quod Erat Demonstrandum“ (QED) zusammengeschlossen haben und von denen viele ein Frühstudium in Würzburg absolvieren, beispielhaft gewürdigt: Sie verlieh dem Verein den erstmals vergebenen, mit 50.000 Euro dotierten Karg-Preis.

Dieser Preis wird alle zwei Jahre für besonders innovative und nachhaltige Projekte in der Hochbegabtenförderung ausgeschrieben. Der Verein will das Preisgeld unter anderem dazu nutzen, Jugendlichen aus einkommensschwachen Familien die Teilnahme an den QED-Seminaren zu ermöglichen.

Frühstudium flächendeckend angenommen

Als erste Hochschule in Bayern hat die Universität Würzburg vor sechs Jahren ein Frühstudium ermöglicht. Damals war nicht abzusehen, dass dieses Angebot für begabte und leistungsfähige Schüler flächendeckend angenommen wird. Inzwischen aber beteiligen sich fast alle Gymnasien, für die Würzburg der nächstgelegene Hochschulstandort ist.

Andere große Frühstudiumsprojekte sind im Wesentlichen an Universitäten in Ballungszentren zu finden. Die Universität Würzburg dagegen hat ihr ländlich strukturiertes Hinterland flächendeckend erschlossen und so ihre Kooperation mit den Schulen auf eine breitere Basis gestellt.

Präsentation des Projekts als Best-Practice-Beispiel

Am 17. März stellt die Universität Würzburg ihr Begabtenförderungsprojekt auf einem Symposium der Bayerischen Akademie der Wissenschaften zum Thema Frühstudium als Best-Practice Beispiel vor.


Bild: 34 Schülerinnen und Schüler sind im Wintersemester 2009/10 ins Frühstudium an der Universität Würzburg eingestiegen. (Foto: Julia Kanis)


Geschrieben von Administrator am Dienstag, 02. Februar 2010


Karg-Stiftung fördert Frühstudium

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