Johanniter aus Würzburg schicken Seelsorger mit nach Haiti
Port-au-Prince / Würzburg - Der
Würzburger Rettungsassistent Manfred Emmerling versorgt seit Freitag,
22. Januar 2010, mit dem zwölfköpfigen medizinischen Einsatzteam der
Johanniter die Wunden der Verletzten in der Nähe von Port-au-Prince.
Mit im Team ist ein erfahrener Seelsorger, der sich um die Helfer kümmert,
die den psychischen Belastungen ausgesetzt sind. Die Johanniter werden
sich nach der Soforthilfe-Phase auch langfristig in Haiti engagieren. Emmerling war mit dem Einsatzteam in
Punta Cana gelandet und von dort aus auf dem Landweg nach Haiti in die
Landeshauptstadt Port-au-Prince eingereist. "Die Ausmaße des Erdbebens
und die damit verbundenen Ängste sind den Haitianern deutlich ins Gesicht
geschrieben", berichtet Manfred Emmerling. Er versorgte gleich nach
der Ankunft im Katastrophengebiet erste Wunden der Verletzten.
Mit im Einsatzteam der Johanniter ist ein Seelsorger, der die gewonnenen Eindrücke von Emmerling und seiner Kollegen zusammen mit ihnen in Gesprächen aufarbeitet. Durch die psychologische Betreuung sorgen sich die Johanniter um ihre Helfer, damit diese nicht auch zu Opfern des Erdbebens werden. "Es ist wichtig, dass in Gesprächen die Erlebnisse nachbearbeitet werden, um so die Gefahr eines Traumas verringern zu können", sagt Uwe Kinstle, Regionalvorstand der Johanniter in Würzburg. Auch eine Nachbetreuung bei der Rückkehr ist für alle Helfer ein fester Bestandteil des Einsatzes. "Zusätzlich steht in Würzburg ein Seelsorger für Emmerling bereit, der mit ihm die Bilder und emotionalen Eindrücke aufarbeiten wird", so Kinstle.
Seit Freitag verteilte das zwölfköpfige
Einsatzteam knapp eine Tonne medizinische Hilfsgüter, darunter Schmerzmittel,
Antibiotika, Verbandmaterial und chirurgisches Besteck, an ein französisches
Krankenhaus nahe Port-au-Prince sowie an eines in der Stadt Leogane.
Weitere Hilfsgüter sowie zwei Einsatzfahrzeuge und eine Trinkwasseraufbereitungsanlage
werden noch heute in das Krisengebiet ausgeflogen. In den nächsten
Tagen folgt eine mobile orthopädische Containerwerkstatt für ein langfristiges
Engagement der Johanniter in Haiti.
Die Johanniter sind Mitglied im Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“. Gemeinsam rufen die Mitgliedsorganisationen zu Spenden für die Menschen in Haiti auf:
Stichwort: „Erdbeben Haiti“
Spendenkonto 102030
Bank für Sozialwirtschaft
Bild: Dirk Rauer (li.), Rettungsassistent (39, Dessau) und Adrian Roth (re.), Arzt (39, München) vom medizinischen Team der Johanniter untersuchen auf der Straße vor einem überfüllten Krankenhaus in Port-au-Prince eine Patientin. (Bildnachweis: Betzelt/Johanniter).
Geschrieben von Administrator am Montag, 25. Januar 2010
Johanniter aus Würzburg schicken Seelsorger mit nach Haiti
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